Im holzvertäfelten Rundzimmer der Universitätsbibliothek präsentieren die stellvertretende Leiterin der Historischen Sammlung, Karin Zimmermann, und die Kunsthistorikerin Lisa Horstmann vier mittelalterliche Handschriften des Welschen Gast von Thomasin von Zerklaere. Nebenher geben sie auch noch eine Einführung in die Digitalisierung von Manuskripten.
Die „Heidelberger Schriftstücke“ wechselten am 8. Februar ihre Szene; im Januar ging es durch dicke Tresortüren in den Keller, nun in die Bel Etage mit Parkett, Stuck und Kerzenlüstern. Wir sind zu Besuch im Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg. Museumsdirektor Frieder Hepp und Restauratorin Yvonne Stoldt zeigen Objekte aus dem graphischen Kabinett.
Am 11. Januar hatte die Veranstaltungsreihe „Heidelberger Schriftstücke“ ihren Auftakt im Universitätsarchiv. Der Leiter des Archivs, Ingo Runde, eröffnete die Stunde im Archiv mit Zahlen und Ereignissen aus dessen Geschichte. Seine Kollegin Heike Hawicks präsentierte Ergebnisse einer Studie des Archivs zur Verwendung von Papier und Pergament im ausgehenden Mittelalter. Im Anschluss zeigte Herr Runde ausgewählte Dokumente des Archivs.
Eine Gruppe von 25 Heidelberger Studierenden und Dozenten erkundete im Rahmen der interdisziplinären Exkursion „Mittelalterliche Handschriften, Schätze, Dome und Burgen“ vom 23. bis zum 26. Juni 2017 Bibliotheken und Kulturdenkmäler in Leipzig, Erfurt, Naumburg, Merseburg, Gotha und Eisenach. Die Gruppe setzte sich aus den Bereichen der Heidelberger Fächer Germanistik, Kunstgeschichte und Mittellatein zusammen. Die Exkursion wurde von Ludger Lieb (Germanistische Mediävistik), Tobias Frese (Mittelalterliche Kunstgeschichte) und Tino Licht (Mittellatein) geleitet.
Der Heidelberger Altgermanist Professor Ludger Lieb über Potenziale und Grenzen der Wikipedia für die Geisteswissenschaften
Vom 10. bis 11. November 2017 fand in der Handschriftensammlung der Universitätsbibliothek Heidelberg eine Schreibwerkstatt der Wikimedia Deutschland e.V. Initiative Galleries, Libraries, Archives and Museums (GLAM on tour) statt. In Kooperation mit der UB Heidelberg und dem SFB 933 trafen sich Wikipedianerinnen und Wikipedianer mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der UB und der Uni Heidelberg. Gemeinsam arbeiteten sie daran, wie das Wissen der berühmten Handschriftenabteilung der UB Heidelberg in die Wikipedia gebracht werden kann. Am Abend des ersten Tages hielt der Sprecher des SFB 933, Professor Ludger Lieb, einen ins Grundsätzliche zielenden Vortrag über das Verhältnis von Universität und Wikipedia.
Im Jahr 2018 veranstaltet der SFB 933 gemeinsam mit dem Heidelberg Centre for Cultural Heritage (HCCH) zwölf ‘Objektbegegnungen’ mit Schriftstücken, die sich in Heidelberg und Umgebung befinden. Die Termine finden jeden zweiten Donnerstag im Monat statt.
Bericht über die Tagung „The Roll in Western Europe in the Late Middle Ages“, Universität Heidelberg, SFB 933 „Materiale Textkulturen“, TP B10 „Rollen im Dienst des Königs“, 28.–29. September 2017
Anastasia Grib erforscht eine uralte Schrifttradition des islamischen Afrika. Sie war als Stipendiatin im Jahr 2013 am SFB 933. Im Mai 2017 kehrte sie für einen Monat als Fellow des Alumni International-Programms der Universität Heidelberg zurück.
Vom 2. bis 9. April 2017 veranstaltete der SFB 933 gemeinsam mit dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) Istanbul einen praxisorientierten Workshop zum Thema „Materialität von Marmor als Schriftträger und seine Wiederverwendung als Spolie im städtischen Raum“.
Im Mainzer Dom- und Diözesanmuseum wurden von März bis Juni 2017 Zeugnisse früher Mainzer Schriftlichkeit ausgestellt. Neben großen Torinschriften und prachtvoll gearbeiteten Bibeln finden sich Blätter und Bücher, die deutliche Spuren unachtsamen Gebrauchs oder nachlässiger Aufbewahrung zeigen. Die Heidelberger Mittellateinerin Kirsten Wallenwein lässt bei ihrer Führung durch die Ausstellung gerade diese – auf den ersten Blick weniger kostbaren – Exponate in hellem Licht erstrahlen.
Am 10. Juli wird die Ausstellung “GALGAL. Schöpfungselemente in Bewegung” in der Synagoge Worms feierlich eröffnet. Die computeranimierte Inszenierung zeigt ornamental-figurative Mikrographien aus mittelalterlichen jüdischen Bibelhandschriften.
Denkt man an antike Inschriften, so denkt man an Marmor. Was macht Marmor als Beschreibstoff so besonders? Benjamin Allgaier, Doktorand der Klassischen Philologie (Gräzistik) am SFB 933, fuhr Anfang April 2017 mit Archäologen, Althistorikern und Mittelalter-Kunsthistorikern nach Istanbul und auf die Insel Marmara im gleichnamigen Meer. Im Interview berichtet er über den Praxis-Workshop, der vor antiken Monumenten aus Marmor und im Steinbruch stattfand.